Angst[fear]

Jeder Mensch empfindet vorübergehende Ängste oder Sorgen, weshalb das Gefühl ein wesentlicher, sowie notwendiger Bestandteil des menschlichen Lebens ist. Angst hilft uns nicht nur gefährliche Situationen zu meiden, sondern zeigt uns auch den richtigen Weg diese zu meistern, durch die unmittelbare Entwicklung von Lösungsstrategien. Befindet man sich im Zustand der Angst, so schüttet unser Körper Hormone, wie beispielsweise Adrenalin, aus. Betroffene der Angst können zur Höchstleistung aktiviert und motiviert werden, gegenteilig kann aber auch eine Lähmung auftreten. Die Äußerung der Angst ist dabei bei jedem Menschen anders. Häufige Reaktionen sind unter anderem eine Pulsbeschleunigung, Schwitzen, sowie eine beschleunigte Atmung.

Bereits Sigmund Freud hat zwischen der Angst vor einer Bedrohung, auch Furcht genannt, und der neurotischen, pathologischen, also der krankhaften, unbegründeten Angst unterschieden. Eine klare Grenze zwischen den beiden Arten zu ziehen ist jedoch im wissenschaftlichen Sprachgebrauch nicht möglich, da der Übergang fließend ist.

Einerseits ist Angst gezielt, da sie uns vor gewissen Bedrohungen schützt und so eine Schutz- und Überlebensfunktion erfüllt.

Anders ist es jedoch mit unbestimmten, „diffusen“ Ängsten, die nicht an einen konkreten Auslöser gebunden sind. Besteht ein solcher Angst-Zustand über Wochen und Monate hinweg, man das Gefühl hat, die Kontrolle zu verlieren, oder gar eine deutliche Beeinträchtigung seiner Lebensqualität verspürt, kann es zu körperlichen Problemen kommen. Wenn Angst erst einmal unser Leben bestimmt, so handelt es sich um eine ernstzunehmende Erkrankung, die behandelt werden muss.

Grundsätzlich gibt es die primäre und sekundäre Angsterkrankung. Der Unterschied ist hierbei, dass primäre Ängste eigenständige Krankheiten (dazu zählen unter anderem Phobien, Panikstörungen) sind, wohingegen sekundäre Ängste Folgeerscheinungen einer anderen Erkrankung darstellen (beispielsweise Angstsymptome bei einer Depression).

Prüfungsangst

Angststörung

Eine besondere Form der Angst, die vor, während oder nach Leistungssituationen auftreten kann, bezeichnet man als Prüfungsangst (auch Bewertungsangst genannt). Sie entsteht vor allem dann, wenn an die Personen durch deren eigenen Erwartungen oder durch Andere sehr hohe Ansprüche gestellt werden.

Im Grunde genommen ist Prüfungsangst ein absolut natürliches und gewöhnliches Phänomen. Problematisch wird diese Erscheinungsform, wenn sie nicht in einem angemessenen Rahmen auftritt, sondern sich bereits einige Wochen oder gar Monate zuvor ankündigt und zu einer depressiven Grundstimmung führt. Betroffene sind dabei psychosomatischen Beschwerden ausgesetzt. Die Symptome können von Person zu Person unterschiedlich sein. Gleichzeitig variiert die Intensität auch je nach Empfinden der Bedeutung der Prüfung. Reaktionen sind einerseits die ständige Unruhe, Magenbeschwerden, Konzentrationsstörungen, ein erhöhter Blutdruck, sowie Schlafstörungen.

Die Folgen sind dabei nicht nur die Beeinträchtigung der Prüfungsvorbereitung, sondern auch Gesundheitsschäden.

Schließlich kann der Grund der Angst eintreten, das Scheitern der Prüfung. Weiterhin kann sich Prüfungsangst auch zu ernsthaften Arbeitsstörungen entwickeln. Dabei kommt zum Aufschieben von bedrohlichen Situationen.

Klicke auf einen der unten stehenden Links, um mehr über die jeweilige Störung zu erfahren:

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Weiterführende Literatur ist im Impressum zu finden. Bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte man sich trotz Literaturrecherche medizinische Hilfe einholen.

Eine sehr weit verbreitete Erscheinungsform der Angst ist die generalisierte Angststörung (GAS). Kennzeichnend für diese chronische Erkrankung ist das Befinden in einem monatelang anhaltenden (mindestens sechs Monate) ängstlichen Zustand ohne jegliche direkte Bezugssituation.

Ursachen für die generalisierte Angststörung könnten einerseits traumatische Lebenserfahrungen oder genetische Einflüsse sein, weshalb sowohl biologische als auch psychologische Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Andererseits kann das Krankheitsbild auch in Folge einer anderen Erkrankung, wie beispielsweise Panikstörung oder Depression, auftreten. Weiterhin ist zu erwähnen, dass eine solche Symptomatik auch ohne ersichtliche Gründe auftreten kann.

Eine besondere Ausdrucksform ist in erster Linie das ständige Gefühl von Sorge, welches unkontrollierbar ist und nicht einfach beiseite geschoben werden kann. Betroffene fürchten sich vor alltäglichen Ereignissen und beschäftigen sich einen Großteil der Zeit mit Katastrophenszenarien. Gedanken über vermeintliche Gefahren und die ständige Angst vor Krankheiten sowie Unfällen bestimmen schließlich den Alltag und schränken die Lebensqualität stark ein. Weitere Auswirkungen auf das Leben des Betroffenen sind nicht nur die motorischen Spannungen, wie Zuckungen und die Unfähigkeit zur Entspannung, sondern auch eine ständige Nervosität und Überwachsamkeit. Im Allgemeinen gilt für Personen mit einer generalisierten Angststörung: Schlafmangel, Reizbarkeit, Herzklopfen, Benommenheit sowie starkes Schwitzen. Aufgrund der Tatsache, dass GAS-Patienten keine auffälligen Merkmale vorweisen, wie beispielsweise Panikausbrüche, bleibt die Erkrankung oftmals unerkannt und wird nicht gezielt behandelt, da Sorgen zum Alltag dazugehören.

Die Panikstörung ist durch wiederkehrend auftretende Panikattacken über mindestens einen Monat hinweg gekennzeichnet. Diese Attacken sind an keine besondere Situation gekoppelt, treten zu verschiedensten Zeitpunkten ohne jeglichen Auslöser auf und sind somit völlig unvorhersehbar.

Angstanfälle sind zwar zeitlich begrenzt, können sich dennoch von Minuten bis hin zu mehreren Stunden erstrecken. Ihren Höhepunkt erreicht eine solche Attacke oftmals bereits nach nur wenigen Minuten. Unabhängig von der Zeitdauer zeichnet sie stets ein sehr intensives Angstempfinden aus. Betroffene leiden nicht nur unter Brustschmerzen, Atembeschwerden und Erstickungsgefühl, sondern es kommt gleichzeitig auch zu einem erhöhten Blutdruck sowie einem Schwindel- und Ohnmachtsgefühl.

Durch den Kontrollverlust der Betroffenen entwickelt sich die Angst, verrückt zu werden oder gar zu sterben. Aufgrund dieses starken Angstempfindens stellt sich bei Betroffenen oftmals die sogenannte Erwartungsangst ein. Dies ist die Furcht davor eine erneute Panikattacke zu erleiden, welches das ganze Leben des Betroffenen schließlich negativ beeinflusst. Als Folge wiederholter Panikattacken an Orten des öffentlichen Lebens entwickelt sich häufig die Panikstörung mit Agoraphobie, welche häufiger auftritt als die reine Panikstörung (etwa 50% der Patienten). Betroffene haben hierbei Angst vor Menschenmengen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Supermärkte und versuchen diese zu meiden.

Im Gegensatz dazu tritt die reine Panikstörung mit etwa 20 bis 30% auf. Der grundsätzliche Unterschied ist, dass bei einer Panikstörung ohne Agoraphobie die öffentlichen Orte nicht gemieden werden. Diagnostiziert wird die Erkrankung nur, wenn diese nicht mit einer anderen Störung (körperlich, organisch psychisch, psychisch) einhergeht.

Burnout beschreibt nicht nur einen Zustand körperlicher, sondern auch emotionaler und geistig vollkommener Erschöpfung. Hinzu kommt außerdem, dass Betroffene eine deutliche Antriebs- und Leistungsschwäche aufweisen.

Der Entstehungsprozess von Burnout zieht sich über einen längeren Zeitraum schleichend, oftmals ohne das Bewusstsein der Betroffenen, hinweg. Risikofaktoren für das Erleiden des Syndroms sind nicht nur in der Arbeitswelt zu finden, sondern auch in den Persönlichkeitseigenschaften sowie einer allgemein belastenden Lebenssituation. Burnout kann gleichzeitig auch die Folge von einer Erkrankung wie beispielswiese Depression sein. Dadurch wird deutlich, dass nicht nur Berufstätige, sondern auch Studenten, Schüler und gar Kinder an Burnout erkranken können.

Freiwillige Mehrarbeit, Überengagement, hoher Ehrgeiz sowie keine Ruhe- und Entspannungsphasen führen zu einer Energielosigkeit, welche sich in den Symptomen wie Schlafstörungen und körperliche Belastung zeigt. Betroffene wollen dabei diese Phase oftmals nicht wahrhaben, vernachlässigen ihre eigenen Bedürfnisse und versuchen mit Medikamenten ihre Beschwerden zu lindern. Um Ergebnisse zu erzielen und den hohen Ansprüchen gerecht zu werden, investieren die Patienten noch mehr Zeit in ihre Tätigkeiten. Das dauerhafte Ungleichgewicht aus Erwartungen durch einen selbst und persönliche Bewältigungsmöglichkeiten führen schließlich zu einer chronischen Erschöpfung und Dauerbelastung. Während dieser Zeit können unter anderem zusätzlich folgende Symptome auftreten: sozialer Rückzug, Konzentrationsschwäche und körperliche Beschwerden wie Schwindel, Herz- und Magenbeschwerden. All diese Faktoren gipfeln letztendlich in einem Nervenzusammenbruch.

Obwohl Burnout in unserer heutigen Zeit enorm schwerwiegende Folgen aufzeigt, gilt das Syndrom nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht als eigenständige Erkrankung, sondern als Risikozustand.

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